Die Menschen haben damals, als sie sich irgendwie aus der Ursuppe empor evolutioniert haben, nicht sofort gesprochen. Wahrscheinlich eher gegrunzt, denn der Kehlkopf war wahrscheinlich noch sehr behaart oder mit Schuppen beflochten. Aber schon diese wilden Genossen haben Tiere auf die Höhlenwände gezeichnet, um ihren Mitmenschen etwas mitzuteilen. Wenn also der Steinzeit-Mann ein Mammuth hingemalt hat, wollte er seiner Frau damit vermutlich sagen, was er sich zum Mittagessen wünscht.

Und ein bisschen sehen diese Zeichungen auch nicht viel weniger entwickelt aus, als das, was wir so in Chats und Nachrichten reinzeichnen. Punkte und Striche und die ergeben dann ein Gesicht. Und weil die Chefs der großen Internet-Unternehmen herausgefunden haben, dass die Menschen sogar dazu zu faul sind, wurden diese Gesichter standardisiert. Jetzt hat der Ur-Smilie schon hunderte Verwandte und es gibt im Grunde keine Gefühlsregung, die man nicht mit einem Emoticon ausdrücken kann. Und zwar viel einfacher und schneller als mit Worten wie „Ich bin traurig, über das, was du sagst“ oder “Ich hab das ironisch gemeint“

Der Smilie

Der Ur-Ahn der so genannten Emoticons ist der Smilie. Das Ding kennt wirklich jeder. Das gelbe Grinsegesicht ist wahrscheinlich populärer als die Götter sämtlicher Religionen und die Beatles zusammen. Und man kann auch nicht wirklich was gegen diese Kultfigur sagen. Er strahlt wie die Sonne an einem wunderschönen Julitag.

Fröhlichkeit ist ansteckend

Kann man dem Emoticon-Wahn eigentlich entkommen?

Nein.

Wer schon einmal den Versuch gemacht hat, beim Nachrichtenaustausch mit dem Partner keinen Zwinkersmilie hinter eine ironische-liebliche Bemerkung wie etwa „Ich komm heut später nach hause weil ich noch ein Rendez-Vous mit meiner neuen Liebhaberin habe.“ zu machen, wird gemerkt haben, dass er am nächsten Tag bereits wieder Single war. Man darf das echt nicht unterschätzen.